Chronisches Erschöpfungssyndrom – Systemische Belastungs-Intoleranz-Erkrankung (SEID)

ME/CFS: Myalgische Enzephalopathie (ME) Chronic Fatigue Syndrom (CFS)

ME/CFS gilt als schwere organische, neuro-immuno-endokrinologische, nicht psychische Multisystemerkrankung und gehört zu den wenigen noch weitgehend unerforschten (nicht seltenen!) Volkskrankheiten mit einer großen PatientInnenzahl weltweit (mehr als 17 Millionen!).
Englisch: Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS)
Französisch: syndrome de fatigue chronique, ou encéphalomyélite myalgique (EM/SFC)

Für dieses komplexe Krankheitsbild gibt es allein mehr als 60 Namen (man nennt sie auch die Krankheit der Tausend Namen). In Deutschland spricht man von ME/CFS Myalgische Enzephalopathie (ME) Chronic Fatigue Syndrom (CFS) bzw. aktuell der Systemischen Belastungs-Intoleranz-Erkrankung (SEID), da das Kardinalsymptom für ME/CFS die starke anhaltende Erschöpfung auch nach nur geringer körperlicher oder psychischer Belastung ist (englisch Post-Exertional Malaise, abgekürzt PEM; französisch: Malaise post-effort).

Ist ME/CFS wie auch LongCOVID eine postvirale sekundäre Mitochondriopathie sowie Neuroinflammation? Auch LongCOVID nach einer SARS-CoV-2 Infektion geht mit schwerer körperlicher Erschöpfung einher!
(Quellen: „Virale Störung der Mitochondrienfunktion und mitochondriale Dysfunktion: Long-COVID – Eine Mitochondriopathie?“ von Uwe Gröber _EHK_, 2021; 70: 225-230,
„Long Covid: Auf der Suche nach den Auslösern“ von Dr. Bhupesh Prusty, Lehrstuhl für Virologie, Biozentrum Uni Würzburg;
„Mitochondrien und COVID-19: Das sind die Zusammenhänge“ von Dr. med. Gerrit Keferstein am 5.9.2021)

Eine – wie ich finde – sehr gute Erklärung der Zusammenhänge im gestörten Stoffwechsel bei Chronic Fatigue PatientInnen bietet der Beitrag von Dr. Sarah Myhill „Die zentrale Ursache des CFS: eine Fehlfunktion der Mitochondrien“ (Original-Quelle: www.drmyhill.co.uk und Artikel auf englisch: CFS – The Central Cause: Mitochondrial Failure


Aktuelle Genstudie aus UK

DecodeME ME/CFS study mit 20.000 PatientInnen:
„Our study is looking for differences in a person’s DNA that make them more likely (or less likely) to get ME/CFS, which should help pinpoint what causes the illness.“

Unterschiedliche Gen-Polymorphismen wie COMT? werden als prädisponierende Faktoren beschrieben. Genetische Einflüsse, also eine genetisch ungünstige Stoffwechselleistung verursachen erschwerte therapeutische Erfolge bei den Therapien!

Quelle: CFS, Dr. P. Grabowski/Prof. C. Scheibenbogen im Harrison
 

Ist ME/CFS eine sekundäre postvirale Mitochondriopathie?

eine Autoimmunerkrankung gegen Neurotransmitter-Rezeptoren? (Quelle: European Network on ME/CFS (EUROMENE),
Für ME/CFS speziell geht es vor allem um Autoantikörper, die an ß-adrenerge und muskarinerge Acetylcholinrezeptoren (mAChR) binden (Loebel et al., 2016Bynke et al., 2020) Funktionellen Autoantikörpern, die an körpereigene, G-Protein gekoppelte Rezeptoren (GPCR) binden, wird dabei eine wichtige Rolle zugeschrieben (Quelle: www.mecfs.de).

Als mögliche Ursachen für ME/CFS werden diskutiert:

1. Viren wie Epstein Barr und/oder Humanes Herpes Virus Typ 6 (HHV-6) mit einer Virus-Reaktivierung
Chlamydia pneumoniae
Candida u.w. Viren sowie
parasitäre Infektionen

2. Bakterien wie Borrelien (bakterielle Infektion, Lyme Borreliose)

3. Nitrostress: erhöhtes Stickstoffmonoxid (NO) blockiert die mitochondriale Atmungskette!

4. Instabile Halswirbelsäule (HWS „Tanzender Dens axis“) nach unfallbedingter Verletzung des Kopfgelenkes und sekundärem Cerviko-Enzephalem Syndrom (Dr. med. Kersten)
führt auch zu Nitrostress (so Dr. Kuklinski, Prof. Pall/Washington, Buch siehe oben)

6. Autoimmunerkrankung: Regulationsstörung

7. ZÄHNE: Versteckte Zahnherde (Diagnostik: RANTES Wert u.w.)
Xenobiotika (Dentalmaterialien)

8. CFS-Risikofaktoren Umweltgifte/Zahngifte: Amalgan-Belastungen bzw. Quecksilbervergiftungen

9. Millieu im Körper, dass durch Übersäuerung und/oder Toxine belastet ist

10. Genetische Disposition (Stichwort: Gen-Polymorphismen wie MTHFR-Gen oder stressrelevante Gene (COMT, MAO-A und MAO-B, Glukokortikoid-Rezeptor, FKBP5)

11. Chronische Stressbelastungen mit erhöhtem Sympathikotonus (nach Dr. med. Kersten wird „chronischer Stress durch Hunderte von individuell unterschiedlichen Stressoren – in 70 % der Fälle sind sie unbewusst – in Gang gebracht“, er sieht dies als Hauptursache von ME/CFS an!)

12. Schwere psychische Traumatisierungen führen zu erhöhter Stress-Sensitivität!

13. schwere Schädigung der Mitochondrien/der mitochondialen DNA durch toxische Substanzen wie über das Antibiotikum Ciprofloxazin

14. die verminderte mitochondriale ATP-Produktion (Adenosintriphosphat) und der eklatante Energiemangel auf mentaler und körperlicher Ebene ist die Folge einer (in nahezu 100% der Fälle vorliegenden) chronischen Hyperventilation (also eine stressbedingte Störung der Atmung) so Dr. med. Kersten

15. nach Dr. med. Dietrich Klinghardt: Kombination von Umweltgiften, Elektrosmog und pathogenen Keimen, insbesondere Borrelien, Babesien und Bartonellen

16. nach Dr. med. Kersten: die verminderte Cortisolproduktion der Nebennierenrinde (NNR) nach Reduktion des Starterhormons der Stressachse, des CRH (Corticotropes Releasing Hormon) führt zu Cortisol- und somit Energiemangel aufgrund komplexer Stoffwechsel-Entgleisungen im Gehirn und weiteren Drüsen!

17. nach Doz. Dr. sc. med. Bodo Kuklinski, Facharzt für Innere Medizin aus Rostock: Pyruvatdehydrogenase-Aktivität reduziert (PDH ist ein wichtiges Enzym!) S.E. ist ME/CFS eine sekundäre Mitochondriopathie, siehe die Studie aus Norwegen zum gestörten Energiestoffwechsel bei ME/CFS.
u.a.m.

Mögliche Pathomechanismen:
chronisch aktiviertes Immunsystem und Störung der Hypothalamus-, Hypophysen-, adrenale Drüsen/Nebennieren HPA Achse und Erhöhung der Zytokine (Zytokin-induzierte Inflammation): CFS oder auch bezeichnet als komplexe Gesundheitsstörung CMI (Chronic Multisystem Illness)
Störung der neuroendokrinen Stress-Response-Achse
Quellen: u.g. Fachbücher zu ME/CFS, Dr. med. Bieger (München), Berg, Demitrak, Elenkov, Dr. med. Kuklinski, Dr. med. Kersten (Bamberg) sowie weitere Internetrecherchen


Fakten:

ME/CFS gilt als Erkrankung des zentralen Nervensystems (ICD Code G 93.3)

die Prävalenz (d.h. Krankheitshäufigkeit) wird mit 0,2-0,4 % angegeben, Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer an ME/CFS. Grob geschätzt sind dies mehr als 300.000 ME/CFS Erkrankte allein in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer der nicht diagnostizierten PatientInnen! Und einer prekären Lage, was die Versorgungszentren angeht!


Diagnostik:

  • Diagnostische Kriterien des U.S. Centers for Disease Control and Prevention
     
  • Kriterien des amerikanischen Institute of Medicine (IOM) aus 2015
     
  • Kanadische Konsenskriterien (CCC) von 2003/Internationale Konsenskriterien (International Consensus Criteria) 2011 (Carruthers et al. 2011: „Myalgic Encephalomyelitis/ Chronic Fatigue Syndrome: Clinical Working Case Definition, Diagnostic and Treatment Protocols“)
     
  • Diagnostische Kriterien für das chronische Fatigue-Syndrom nach Fukuda
     
  • Bell-Fragebogen (Schweregradskala nach Bell)
     
  • DePaul-Symptom-Fragebogen zu Post-Exertional Malaise (PEM)
     
  • CFS kann durch diverse Belastungstests festgestellt werden: bei kardiopulmonalen Belastungstests gelingt es CFS-Patienten, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je einen Test absolvieren, am zweiten Tag nicht mehr, gleich hohe Leistungen wie am ersten Tag zu erreichen.
     
  • Ultraschalldiagnostik des Abdomens, der Schilddrüse, des Herzens und der Halsschlagader

Diagnostische Objektivierung von ME/CFS (nach Prof. Pall (USA) aus 2008, modifiziert von Prof. Dr. med. Wolfgang Huber, Heidelberg) und ergänzt um Ergebnisse aus Internetrecherchen und u.g. Fachbüchern sowie des Beitrags von Dr. med. Kersten (Bamberg)

Leitlinien:

Neue britische Leitlinie zu ME/CFS wurde am 29. Oktober 2021 vom National Institute for Health and Care Excellence (NICE) veröffentlicht!
Das Leitsymptom Post-Exertional Malaise (PEM) steht im Mittelpunkt: die Verschlimmerung aller Symptome nach Aktivität, auch Post-Exertional Symptom Exacerbation (PESE) genannt. 
Pacing
, also das strikte Einhalten der Energiegrenzen, wird hierin empfohlen (Energiemanagement).

NICE ME/CFS Guideline "Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: diagnosis and management"

Biomarker von ME/CFS

1. ATP = Adenosintriphosphat intrazellulär (d.h. Dysfunktion der Mitochondrien/Kraftwerke der Zellen, Energiebildung): stark erniedrigt?

2. Labordiagnostische Hinweise auf Immunaktivierung:
Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF alpha),
Interferon-gamma,
IP10
(Aktivierung proinflammatorischer Zytokine = Immunfunktion): erhöht?

3. Nitrotyrosin (d.h. oxidativer Stress): erhöht?

4. nuklearmedizinische Untersuchungen: Veränderungen im PET (Positronen-Emissions-Tomographie)/SPECT (Singlephotonen-Emissionscomputertomographie)?

5. Orthostatische Dysregulation?

6. Vermehrte Darmpermeabilität? Zonulin als Laborwert erhöht?

7. CrP (bakteriell/viral): erhöht?

8. BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit): erhöht?

9. Neuro-endokrine Dysfunktion:
Serotonin-Wert i.S., i.U.: erniedrigt?
Cortisol-Wert (Speichel): erniedrigt?
Protein S100: erhöht?
NSE = neuronenspezifische Enolase: erhöht?

10. Autoantikörper gegen Thyreoperoxidase und Beta-adrenerge und muskarine Acetylcholinrezeptoren erhöht?

11. indirekte Kaloriemetrie (Messung der Sauerstoff- und CO2-Konzentration in der Atemluft) oder
durch den Test auf chronische Hyperventilation nach Prof. Buteyko

12. ME/CFS-spezifische mRNA-Signatur (Metselaar et al., 2021 mecfs.de) 

13. eine ME/CFS-spezifische Reaktion mononukleärer Zellen des peripheren Blutes auf hyperosmotischen Stress (Esfandyarpour et al., 2019 mecfs.de)

DD: andere Erkrankungen, die mit Fatigue einhergehen, wie
chronische Borreliose: LTT, Antikörper-Bestimmung
Tumor-assoziierte Fatigue
Major-Depression oder psychische Erkrankungen, Burnout
u.a.m.

Quelle: Fatigatio e. V. ME/CFS-Fachtagung 2021: Vortrag von Prof. Dr.med. Wolfgang Huber und CFS, G. Bleijenberg, J.W.M. van der Meer/dt: Dr. P. Grabowski/Prof. C. Scheibenbogen im Harrison, Loebel et al. 2016


Symptome beim ME/CFS (Auszug, individuell verschieden und schwankend)

a) Belastungsintoleranz (Post-Exertional Malaise PEM) das Kardinalsymptom!
b) Fatigue/chronische Erschöpfung
c) Schlafstörungen
d) Schmerzen: Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen
e) Neurologische/kognitive Manifestationen
chronische Sympathikotonie?
f) Endokrinologische Manifestationen
u.a.m.

Die Erkrankung besteht seit mindestens 6 Monaten und hat einen erkennbaren Beginn,
als auslösende Faktoren werden Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) Erstinfektion mit späterer Reaktivierung, eine Lyme Borreliose, starke körperliche oder psychische Belastungen/chronischer Stress u.w. vermutet, siehe unten.

ME/CFS: Eine der letzten großen (fast) unerforschten Krankheiten!


Therapien

1. Pacing: d.h. strikte Einhaltung der eigenen (z.T. sehr geringen) Energiegrenzen, um Überbelastungen und sog. Crashes einige Stunden oder Tage später mit totaler körperlicher Erschöpfung bis zur Bettlägrigkeit unbedingt zu vermeiden.

weitere Vorschläge folgen.

+++ Dieser Artikel befindet sich noch im Aufbau, wir bitten um Ihr Verständnis. +++

In Bezug auf das in der Presse und Öffentlichkeit immer mehr bedeutsame LongCOVID wird auch ME/CFS zukünftig mehr erforscht.


Warum werden soviele ME/CFS PatientInnen „psychiatrisiert“?

Leider kommt es sehr häufig vor, dass ME/CFS PatientInnen, die schwer KÖRPERLICH krank sind von der Rentenversicherung Bund Berlin als psychisch Kranke einsortiert werden, somit in den falschen Reha-Kliniken landen, mit „Graded Exercises“ also Sportprogrammen mit Steigerungseffekten behandelt werden, die ihren Zustand meist noch verschlimmern, da die biochemische komplexe Störung der ME/CFSler nicht berücksichtigt wird!
Überanstrengungen führen bei einer mitochondrialen Komplexerkrankung zu sog. Crashes mit starken Glieder- und Muskelschmerzen (Laktatbildung!) im Körper und können den Gesamtzustand deutlich verschlimmern. Hier muss m.E. dringend die tieferliegende Mitochondrienfunktionsstörung erkannt und therapiert werden!

Warum kommt es immer wieder zu so vielen Fehldiagnosen? Warum werden immer wieder ME/CFS PatientInnen als (mittelgradig) Depressive falschdiagnostiziert?

Diese Tabelle der (möglichen) Symptome soll dies besser erklären:

Hauptsymptome Depression:
Interessen- und Freudverlust
Depressive Stimmung
Verminderung von Antrieb und Ermüdung
Symptome ME/CFS:
ggfs. Interessen- und Freudverlust wegen totaler körperlicher Kraftlosigkeit
Depressive Stimmung
Extreme Ermüdung aber erhöhter Antrieb (gesund werden wollen! aber nicht die körperliche Kraft dafür haben)
Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
Schlafstörungen (Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, unruhiger Schlaf) Schlafstörungen (Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, unruhiger Schlaf)
Appetitlosigkeit Appetitlosigkeit
Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
Gedanken an Suizid Gedanken an Suizid (kein Wunder, wenn man nur noch 1 oder 5 % seiner normalen körperlichen Kraft hat, und ggfs. überwiegend bettlägrig ist und deswegen ein Pflegefall wird!)

Von einer „leichten“ depressiven Episode spricht man, wenn zwei Haupt- und zwei Nebensymptome mehr als zwei Wochen andauern.

Bei zwei Haupt- und drei bis vier Nebensymptomen spricht man von einer mittelgradigen Depression.

Drei Haupt- und vier oder mehr Nebensymptome kennzeichnen eine schwere Depression.
Quelle: awmf.org Leitlinie Depression

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Depression (eine psychische Erkrankung) und ME/CFS (eine schwere organische Multisystemerkrankung, eine sekundäre Mitochondriopathie?) sehr viele identische Symptome haben, aber grundlegend andere Ursachen!


Hilfe im Internet:

cfc.charite.de
(Charité Fatigue Centrum CFC – Universitätsmedizin Berlin, Frau Prof. Dr. med. Scheibenbogen, Institut für Medizinische Immunologie)

www.fatigatio.de
(Fatigatio e.V. Bundesverband ME/CFS: die größte Patientenorganisation für ME/CFS in Deutschland)

www.mecfs.de
(Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V. seit 2016)

www.me-cfs.net
(ME-CFS Portal Plattform für Betroffene, deren Angehörige und medizinische Fachkräfte)

www.lost-voices-stiftung.org
(lost-voices-stiftung.org | Hilfe für Menschen mit ME/CFS)

www.cfs-aktuell.de
(Arbeitskreis CFS Aktuell von Regina Clos: Infos zum Chronic Fatigue Syndrom / Myalgische Enzephalopathie CFS/ME)

www.buendnis-mecfs.de
(Bündnis ME/CFS von Hanna Seidel)


Fragen, die wissenschaftlich geklärt werden müssen, über weitere Studien mit einer großen PatientInnen-Zahl ME/CFS Betroffener:

1. Mitochondriale Dysfunktion: Gibt es eine genetische Komponente von ME / CFS in Familien? Haben Familien signifikant höhere Häufigkeiten von mütterlichen Haplogruppensubkladen, die für eine reduzierte OXHPOS-Kapazität und mitochondriale Entkopplung bekannt waren?
Quelle: mDNA Secrets: Hypometabolism Is Key To ME/CFS: Is Chronic Fatigue Syndrome Real

2. Liegt bei ME/CFS PatientInnen NITROSTRESS, ein Überhang an Stickoxid und Peroxinitrit vor (siehe oben)?

3. Sind es komplexe Regulationsstörungen im Zentralnervensystem wie CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon), die zu den vielfältigen Symptomen bei ME/CFS führen?
HPA-Achsen-Störung? Überaktivierung des Zentralnervensystems? reduzierte Reaktionsfähigkeit der Nebennierendrüsen?

4. Autoimmunerkrankung? Sind es Defekte im Immunsystem bei ME/CFS? Entzündungsreaktionen durch Anstieg von Zytokinen?

5. Die Glutathionmangel-Methylierungszyklusblockierungs-Hypothese von Richard A. Van Konynenburg, Ph.D. Livermore, CA: Mangel an Glutathion bei ME/CFS? Ist der Methlierungszyklus teilweise blockiert, der im Schwefelstoffwechsel auf einer tieferen Ebene angesiedelt ist als die Glutathionsynthese?

Hier ist noch sehr viel Grundlagenforschung nötig.

Ihre

Dagmar Schmidt-Neuhaus (Freie Publizistin seit 2011)
Preisträgerin des GERMAN MEDICAL AWARDS 2021 in der Kategorie sozial-medizinisches Engagement (Einzelperson)


Mit diesem Beitrag möchte ich als Freie Publizistin, die sich seit über zehn Jahren mit der Mitochondrienmedizin intensiv beschäftigt, eine wissenschaftliche Studie mit einer großen PatientInnenzahl anregen, die überprüft, ob die Hauptursache bei ME/CFS der Nitrostress im Körper ist, nach Prof. Martin Pall (USA), dem Buchautor von „Explaining Unexplained Illnesses“ ist die Hauptursache für diese chronische Multisystemerkrankung massiver nitrosativer Stress im Körper, der sich durch einen Teufelskreis selbst nach Wegfall der Stressoren weiter hochreguliert!

Hierzu habe ich als Freie Publizistin bei 2 Kliniken (Charite Berlin CFC Chronic Fatigue Center und TU München) und Patientenverbänden am 5. August 2021 eine Anfrage auf die Entwicklung einer wissenschaftlichen Nitrostress-Studie mit 10.000 ME/CFS-PatientInnen gestellt.

Die von mir angeregte große PatientInnen-Studie könnte bei jedem ME/CFS-Patienten/Patientin einen sog. Nitrostress-Test durchzuführen, d.h.

1. Messung der Methylmalonsäure im Urin (Anzeige eines Vitamin B12-Mangels, der Goldstandard der B12-Messung in der Zelle, nicht im Blut!),

2. Messung von Citrullin im Urin (Anzeige des Nitrostresses, also Stickoxid-Überhangs im Körper),

3. Messung von Nitrotyrosin im EDTA-Blut (laut dem Labor IMD Berlin ist dies präanalytisch ein wenig anfälliger Marker für die nitrosative Belastung der letzten 14 Tage)

4. ATP-Messung (Adenosintriphosphat): die Energiebildung in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen

5. Pyruvat/Lactat-Ratio

Die Ergebnisse sollten dann wissenschaftlich ausgewertet werden.

Laut Dr. Kuklinski hatten in seiner großen PatientInnengruppe (n = 885!) ALLE Nitrostress in ihrem Körper, so gibt es ganz neue Behandlungsansätze für ME/CFS Patienten, die an körperlicher Belastungsintoleranz leiden, also einer Zustandsverschlechterung nach körperlicher Betätigung bis hin zu mehrtätiger Bettlägrigkeit! Sie leiden ggfs. demnach an einer mitochondrialen Dysfunktion, die durch reversible oder irreversible Inaktivierung mitochondrialer Enzymsysteme bzw. Schädigung mitochondrialer Funktionskomplexe durch Stickstoff-Sauerstoff- bzw. Sauerstoff-Radikale (NOS/ROS) entsteht!

Immundefekt-Ambulanzen in Deutschland für LongCOVID / sowie auch für ME/CFS?

Da die Krankheitsbilder ME/CFS und Post-COVID sehr ähnlich sind, empfehle ich den ME/CFS PatientInnen aufgrund der prekären Versorgungslage fehlender ME/CFS Ambulanzen bei einer Immundefektambulanz für Post-COVID anzufragen:

NRW:

Uniklinik RWTH Aachen: Neurologische Post-COVID-Ambulanz

Universitätsklinikum Bonn: Neurologische Post-COVID-Ambulanz

Universitätsklinikum Duisburg-Essen: Interdisziplinäre Post-COVID-Ambulanz

Universitätsklinikum Düsseldorf: COVID-19-Nachsorge-Ambulanz

Universitätsklinikum Köln: Post-COVID-Ambulanz

Universitätsklinikum Münster: Post-COVID-Ambulanz

Bochum – Neurologie: St. Josef-Hospital – Klinikum der Ruhr-Universität Bochum

Bochum – Interdisziplinär: BG-Klinik

Berlin:

Immunologie (Fatigue) Charité – Universitätsmedizin Berlin Immundefektambulanz (für PatientInnen aus Berlin und Umgebung)

Bayern:

München:

TU München (für Kinder und Jugengliche)

Augsburg

Augsburg – Interdisziplinär (Kinder und Jugendliche): Interdisziplinäres Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) Augsburg der Kinder- und Jugendklinik, KJF Klinik Josefinum

Augsburg/Aichach – Psychiatrie, Psychotherapie: Bezirkskliniken Schwaben

Für alle weiteren Immundefekt-Ambulanzen in Deutschland verweise ich auf die umfangreiche Liste bei LongCovid Deutschland: https://longcoviddeutschland.org/ambulanzen/
bzw. hier: https://c19langzeitbeschwerden.de/post-covid-19-ambulanzen-deutschland/  

Österreich:

Übersicht auf www.longcovidaustria.at

Schweiz:

Übersicht auf www.longcovidch.info

Alle Angaben ohne Gewähr.


Ernährungspyramide nach der Mitochondrienmedizin

NEU:
Jeder, der mir mindestens 10,00 Euro für den Erhalt des Portals www.mitochondriopathien.de spendet, erhält von mir per E-Mail die brandneue, ganz andere

Ernährungspyramide Anti-Entzündliche Ernährung nach der Mitochondrienmedizin, auf Basis von ketogener Ernährung, LOGI und Alt-Steinzeiternährung, allergen- und lektinreduziert

als pdf-Datei zugesandt! Diese ist das Ergebnis aus meinen über 8 Jahre dauernden Recherchen.

Bitte sendet mir Eure Anfrage für die Ernährungspyramide an info@schmidt-neuhaus.de nach Bezahlung der Spende von mindestens 10,00 Euro per PayPal, damit ich Euch die inzwischen sechsseitige Ernährungspyramide (pdf-Datei, urheberrechtlich geschützt) umgehend zusenden kann.
Bitte klärt mit Eurem Arzt, ob diese Ernährungsweise für Euch geeignet ist: der Stoffwechsel eines Menschen ist so individuell wie sein Fingerabdruck!

Die Mitochondrienmedizin ist ein innovatives Gebiet der Komplementärmedizin, hierzu bedarf es umfangreicher wissenschaftlicher Untersuchungen mit einer großen PatientInnenzahl, die ich hiermit anregen möchte.

Sind die hier angebotenen Informationen für Sie hilfreich? Konnte ich Ihnen Anregungen geben, woher Ihre Krankheit kommen kann, welche medizinischen Analysen Sie als Patientin benötigen und welche Behandlungsmethoden Ihnen auch helfen könnten?

Wenn ja, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mit einem kleinen Geldbetrag die Weiterentwicklung des Informationsportals Mitochondrienmedizin finanziell unterstützen. Jeder Support ist willkommen.

Jeder noch so kleine Förderbeitrag hilft, das Portal weiterentwickeln zu können, dies können Sie gern jederzeit per PayPal an info@schmidt-neuhaus.de.

oder per Banküberweisung:
Empfängerin: Dagmar Schmidt-Neuhaus
SEPA und für Überweisungen aus dem Ausland:
Commerzbank AG München
IBAN: DE91 7008 0000 0752 3439 00
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Im Verwendungszweck tragen Sie bitte ein: Unterstützung Mitochondriopathien.de Informationsportal
 

Literaturempfehlungen:

Buchempfehlung/Quelle Dr. Myhill, Sarah (Autorin):
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Diagnosis and Treatment of Chronic Fatigue Syndrome and Myalgic Encephalitis: It’s Mitochondria, Not Hypochondria
Taschenbuch – Illustriert, 21. Februar 2018
Englische Ausgabe von Craig Robinson (Herausgeber), Dr. Myhill, Sarah (Autorin)

Quelle Prof. Pall NO / ONOO-Zyklus: O2 + NO führt zu ONOO Nitrostress:
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Buchempfehlungen zu ME/CFS (SEID):

Auf deutsch:

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von Dr John Eaton Ph.D., Stephan Langguth, et al. | 11. Dezember 2019
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Erschöpfung: Mit der Kraft am Ende Chronisches Erschöpfungssyndrom, Fatigue, Burnout und Depressionen: Ein Ratgeber – Wege aus dem Tief
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Leben mit chronischer Erschöpfung – CFS: Ein Ratgeber für Patienten
von Joachim Strienz | 14. April 2015
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COVID-19 und Long-COVID: Bessere Resilienz durch immunrelevante Mikronährstoffe
Gebundene Ausgabe – 1. September 2021
Autor Uwe Gröber
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Auf Englisch:

ME/CFS Warrior: A Pain and Symptom Tracking Journal for Myalgic Encephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS)
Englisch Ausgabe | von Wellness Warrior Press | 9. Juni 2021
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mDNA Secrets: Hypometabolism Is Key To ME/CFS: Is Chronic Fatigue Syndrome Real
Englisch Ausgabe | von Ryan Lukowski | 18. April 2021
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derzeit leider nicht verfügbar.

ME/CFS: Discovery Of One Generation Of Illness: What Causes Chronic Fatigue Syndrome
Englisch Ausgabe | von Shea Collen | 18. April 2021
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derzeit leider nicht verfügbar.

Myalgic Encephalomyelitis Journal: Myalgic Encephalomyelitis CFS/ME Management Journal to track your Health, A gift for all Myalgic Encephalomyelitis Warriors
Englisch Ausgabe | von C.F.S.ME Press | 23. August 2020
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Chronic Fatigue Syndrome Journal: Symptom, food, Pain, anxiety, fatigue.. and more tracking journal for those with ME/CFS, CFIDS, Mystery Illness, Invisible Disease.
Englisch Ausgabe | von Ansart Design | 14. April 2020
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ME/CFS/PVFS: An Exploration of the Key Clinical Issues: The ME Association’s clinical and research guide (English Edition)
Englisch Ausgabe | von Dr Charles Shepherd und Dr Abhijit Chaudhuri | 19. Oktober 2019
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Rechtlicher Hinweis: Das Informationsangebot auf www.mitochondriopathien.de ersetzt in keinem Fall eine Untersuchung, persönliche Beratung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt oder Therapeuten. Die hier zur Verfügung gestellten Inhalte zur mitochondrialen Medizin können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Insbesondere werden hier keine Ferndiagnosen oder individuelle Therapievorschläge erstellt. Bitte vereinbaren Sie daher bei gesundheitlichen Problemen immer auch persönlich einen Termin bei Ihrem Arzt bzw. Therapeuten!

Wir warnen hiermit ausdrücklich vor Selbstmedikation!
Jeder Mensch ist individuell verschieden und benötigt deswegen auch eine von einem Facharzt angepasste und auf ihn abgestimmte Behandlung und Ernährung! Bitte lassen Sie sich fachärztlich untersuchen und behandeln.

Die verfügbaren Informationen auf dieser Website sind dazu bestimmt, die existierende Arzt-Patienten-Beziehung zu unterstützen aber keinesfalls sie zu ersetzen!

 

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